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Braunkohl & Pinkepinke - Buch

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Braunkohl & Pinkepinke

Bei all dem Lob und der Anerkennung des Bremer Nationalgerichts Kohl und Pinkel wurde nie über die spannenden Hintergründe der Speise geredet. Oder anders formuliert: über historische und soziologische Implikationen. Das klingt erst mal trocken. Dabei ist »Braunkohl & Pinkepinke« weder ein Kochbuch noch wissenschaftliches Stückwerk. Autor Martin Grotjahn erklärt der »Verachtung des Bauches« den Kampf und schaut dabei über den Tellerrand hinaus. »Wer hat so viel Pinke, Pinke – wer hat so viel Geld?«, ist die Zeile aus einem Schlager, der nach dem zweiten Weltkrieg die verbreitete Armut im Zuge der Währungsreform thematisierte. Die Anspielung im Titel wiederum steht für das Image der Mahlzeit, bescheiden zu sein. Denn Braunkohl und Pinkel war lange ein Gericht für ärmere Leute. Pinkel ist eine Ersatzwurst – wohl bekommt’s –, die sich aus einigen Resten zusammenfindet. Aber was soll’s? Hauptsache über den Winter kommen.
Die Bodenständigkeit von Braunkohl und Pinkel spielt in der Biografie der Mahlzeit eine entscheidende Rolle. Diese Eigenschaft macht das Essen interessant, auch für das Haus Seefahrt. Zur Fürsorge alter Seeleute gegründet, verlor die Stiftung über die Jahrhunderte den Bezug zur Arbeiterschaft und Bürgertum. Nicht zufällig kommt Braunkohl und Pinkel beim Schaffermahl, einer Tradition der Stiftung, auf den Tisch. Martin Grotjahns kleine Kulturgeschichte erklärt die Zusammenhänge von Braunkohl und Pinkel, Haus Seefahrt und Schaffermahl und scheut nicht vor einer kritischen Perspektive. Auch »Miesmacher« kommen zu Wort: »Oh, mein armer Magen! Was soll ich machen?«

Martin Grotjahn, Braunkohl & Pinkepinke, Eine Nationalspeise mit historischen und soziologischen Zutaten, 60 Seiten, 12,5 x 20 cm