Made in Bremen: Woher – Wohin?

Von September 2016 bis März 2018 erschien wöchentlich im „Kurier am Sonntag“ die Produktseite „Verraten und Gekauft“. Konzipiert wurde die Rubrik von der Fotojournalistin Julia Windhoff. Zusammen mit Grafik-Designer Stevie Schulze und Journalistin Gabriele Wiesenhavern lieferte sie die Seite in freier Mitarbeit an den Verlag. Damit schuf sie für die Leser eine Rubrik, die eine hohe Regionalität, Liebe zum Detail und Aufmerksamkeit für die Produzentinnen und Produzenten in Bremen und umzu wiedergab.

Aufgrund der enormen Resonanz, die die Seite mit der Präsentation von rund 300 Produkten bzw. Produzierenden hervorrief, beschloss Julia Windhoff, das Konzept weiter zu denken. Als die Seite im März 2018 abgesetzt wurde, entwickelte sie die Idee einer Messe, deren Oberbegriff „Made in Bremen“ ist. Ein naheliegender Schritt, da bereits von Anfang an weitere Optionen wie beispielsweise ein Pop-up-Store und ein Webshop für regionale Produkte angedacht waren.

Auch wenn die Idee, Handwerk, Kunst, Kulinarisches und Kultur der Region unter einer Dachmarke zu vereinen und zu präsentieren – beispielsweise in Form einer Messe – relativ selbstverständlich scheinen mag und so mancher das Gefühl hatte, dass es so etwas doch längst geben müsste, stießen die Initiatoren in eine Lücke. Schnell entpuppte sich die Idee als etwas, auf das viele gewartet hatten.

Obwohl die Messe coronabedingt verschoben werden musste, kamen viele neue Ansätze ins Rollen. In Zusammenarbeit mit der City Initiative Bremen entstand im September 2020 an einem Wochenende ein Markt in der Bremer Innenstadt. Etwa 35 Produzenten fanden sich trotz Corona zusammen, um unter dem Motto „Heimat shoppen“ ihre Waren anzubieten.

Im November 2020 eröffnet Made in Bremen seinen ersten Pop-Up-Store für regionale Produkte – und zwar am idealen Ort: Der Eigentümer der historischen Stadtwaage, Dr. Johann Christian Jacobs, stellt dem Made-in-Bremen-Team das Traditionshaus in der Langenstraße im Herzen Bremens bis Ende des Jahres zur Verfügung.

Verkauf, Gestaltung, das Bespielen und die gesamte Konzeption der 400 Quadratmeter großen Fläche werden von Julia Windhoff, Stevie Schulze und Florian Wolff organisiert und umgesetzt. Zwar werden die Herstellenden nicht in Vollzeit vor Ort sein, können aber tageweise ihre Produkte präsentieren.

Zusätzlich geht unter der Adresse www.madeinbremen.com ein Online-Shop an den Start, bei dem Produkte bestellt werden können, die Made in Bremen selbst entwickelt hat. T-Shirts, Jacken und Taschen, die allesamt das Design von Stevie Schulze zeigen, gehören zum Bestell-Sortiment ebenso wie thematisch zusammengestellte Boxen mit typisch bremischen Produkten von Gin und Kaffee bis hin zu Knipp. In den als Geschenksets angedachten Paketen befinden sich passend kombinierte regionale Produkte hiesiger Herstellerinnen und Hersteller – von Bremern für Bremer und natürlich für die Besucher dieser wunderbaren Region.

Wer wir sind

Julia Schulze-Windhoff Nach einer Ausbildung zur Fotografin hat sie ab 1995 als Fotojournalistin für die Stadtmagazine Bremer und Prinz sowie für zahlreiche andere Magazine und Zeitschriften gearbeitet. 2010 bis 2014 war sie Erfindern und Herausgeberin des „Grünschnabel“, eines monatlich erscheinenden Stadtmagazins für Familien aus Bremen und umzu. Immer wieder veranstaltet sie mit ihrem Mann Stevie Schulze Events. Sie kennt Bremen wie ihre Westentasche und hat ein riesiges Netzwerk aus allen denkbaren Bereichen geknüpft. In ihrer im Weser Kurier erschienenen und von ihr selbst entwickelten Sonntags-Kolumne „Verraten und gekauft“ hat sie über 300 verschiedene Produzenten aus Bremen und umzu vorgestellt. Die Kreativität und Liebe der Macher hat sie tief beeindruckt und sie zu dem Schluss gebracht, der hiesigen Manufakturszene und den Produzenten auch ohne wöchentliche Zeitungsseite ein Forum bieten zu wollen. Die Umsetzung einer Veranstaltung wie Made in Bremen ist der gebürtigen Bremen-Norderin eine Herzensangelegenheit.

Stevie Schulze Nach einer Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, betreiben einer Siebdruckerei und der Arbeit für das Plattenlabel Weser-Label hat Stevie Schulze von 1999 bis 2004 Grafikdesign an der Hochschule für Künste in Bremen studiert. Seine enge Bindung zur Musik hat er bei vielfach angezettelten Events (Blue Monday im Heartbreak Hotel, Rotation Club, Freistil und viele legendäre Rock´n´Roll Partys) ausgelebt. Er unterstützt „Made in Bremen“ nicht nur durch Grafik und Konzeption, sondern auch durch sein enormes Netzwerk, das sich in viele Bereiche ausgeweitet hat. Seine charmante Umtriebigkeit ist stadtbekannt und er freut sich, nach 14 Jahren die große Musikvideoshow abgegeben zu haben, um nun bei Made in Bremen Vollgas geben zu können. Als gebürtiger Friese hat er dennoch sein Herz an Bremen verloren und liebt es, mit seinem Hund durch die Gegend zu streifen.

Florian Wolff hat nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln zunächst die Welt bereist und hat einige Jahre in Frankreich und Spanien gelebt und gearbeitet. In seine Heimat Bremen ist er im Jahr 2000 zurückgekehrt, wo er seitdem in unterschiedlichen Funktionen tätig ist. Das Konzept hat ihn sofort überzeugt und er steht Made in Bremen mit seinem wirtschaftlichen Know How und jeder Menge Ideen zur Seite. Am Wochenende fährt er mit seinen Nachbarn gerne mit dem Rennrad von Bremen nach Fischerhude oder geht mit seinem Kumpel Uli in den Wald um Pilze zu sammeln.

Frederich Niederberghaus ist ein freischaffender Künstler und Kurator aus Bremen. Schon während seines Studiums der Kunstgeschichte Düsseldorf war er Mitorganisator der zweiten Düsseldorfer Quadriennale. Nach dem Studium der Freien Kunst folgten eigene Ausstellungsbeteiligungen in den USA. Als ehemaliger Co-Direktor einer in der Bay Area bei San Fransisco ansässigen Gallerie kuratierte und organisierte er von 2013 bis 2016 diverse interdisziplinäre Ausstellungen. Seit seiner Rückkehr arbeitet er an neuen Kunstwerken und Ausstellungskonzepten in seiner Wahlheimat Bremen. Mit seinem ansteckenden Enthusiasmus für die Kunst freut er sich, die in Bremen schaffenden Künstler auf der ersten MADE IN BREMEN kuratieren zu dürfen.